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Freitag, 15. April 2016

Rasha Khayat: Weil wir längst woanders sind

Mit diesem Roman gibt Rasha Khayat ihren Auftakt als Autorin. Der Vater stammt aus Saudi-Arabien, die Mutter ist Deutsche. Diese Verbindung bzw. eher der Kontrast beider Kulturen wählt sie als Hauptmotiv für ihr Werk. 

Im Mittelpunkt steht ein Geschwisterpaar: Der große Bruder Basil hat seine kleine Schwester Layla immer beschützt. Im Grundschulalter siedelte die Familie von Saudi-Arabien nach Deutschland über. Kurze Zeit später stirbt der Vater - ein Schock für alle. Basil und Layla müssen in einer Welt zurechtkommen, die sie bisher nur aus Sommerferienbesuchen bei den deutschen Großeltern kennen. Das schweißt die beiden eng zusammen. In der Schule sind sie die Kinder mit fremdklingenden Namen und denklen Lockenköpfen. 

Sonntag, 10. April 2016

Fuminori Nakamura: Der Dieb

Fuminori Nakamura – in Deutschland noch fast unbekannt, wird der junge japanische Autor in seiner Heimat schon lange als neuer Haruki Murakami gehandelt. Dort hat er bereits mehrere Romane veröffentlicht und wurde mit allen wichtigen Literaturpreisen des Lands der aufgehenden Sonne ausgezeichnet. Auch in den USA ist Fuminori Nakamura - übrigens ein Pseudonym - auf gutem Wege eine kleine Berühmtheit zu werden. Für den deutschsprachigen Raum hat 2015 der Diogenes Verlag einen Roman des „Tokioter Wunderkinds“ übersetzen lassen. „Der Dieb“ erschien in Japan bereits 2009, erhielt 2010 den Kenzaburo Oe Prize und auch das Wall Street Journal zeichnete das Buch als einen der 10 besten Romane des Jahres 2012 aus.

Montag, 28. März 2016

Amélie Nothomb: Die Kunst, Champagner zu trinken



Eine mir bisher unbekannte, belgische Autorin hat hier eine kuriose Lobeshymne auf den Champagner geschrieben. Schon im ersten Satz verfällt man in einen Rausch:

„Einen Rausch sollte man nicht improvisieren. Sich zu betrinken ist eine Kunst, die Talent und Sorgfalt erfordert.“

Da hört ihr es! Darum geht es im gesamten Werk. Und weil es zu zweit viel mehr Spaß macht, sucht sich Amélie (ja, die Autorin ist selbst die Ich-Erzählerin im Roman) eine Saufkumpanin. Diese findet sie nach einigem hin und her in der jungenhaft aussehenden, aufstrebenden Schriftstellerin Petronille Fanto. 

Gemeinsam erleben sie feuchtfröhliche Stunden. Aber wie das immer so ist, bringt der Alkohol auch ihr wahres Ich zum Vorschein. Petronille lässt zum Beispiel oft ihre Arbeiterklasse und burschikoses Verhalten raushängen und eckt damit in feineren Gesellschaften an. Trotzdem entsteht eine jahrelange Freundschaft, die nur überlebt, wenn ab und zu mal Funkstille herrscht. Denn sie ist auf wackligen Champagnerflaschen gebaut, die die gute Laune schnell in bitterbösen Streit umschlagen lassen können. 

Sonntag, 13. März 2016

Naomi Wood: Als Hemingway mich liebte

„Als Hemingway mich liebte“ von Naomi Wood
Hoffmann und Campe
366 Seiten
20,00 € (Hardcover)
Ein Buch, das ich in meiner Frühjahrs-Vorschau vorgestellt habe, habe ich tatsächlich schon geschafft zu lesen. Fazit vorweg: Es war genau das, was ich erwartet hatte! Warum?

Vier Ehefrauen - keine war die richtige?
Inhaltlich geht es um die vier Ehefrauen - Hadley, Fife, Martha und Mary - des großen Ernest Hemingway. Der Roman ist chronologisch in vier Teile gegliedert.  In dem jeweiligen Abschnitt über die aktuelle Ehefrau wird dann in der Zeit vor und zurück gesprungen. Es setzt ein mit dem Ende der Ehe und zeigt dann in Rückblenden die glücklicheren Jahre.  Sehr gelungen, denn sonst wäre es etwas zu langweilig aufgebaut. So wird es auch kein kitschiger Liebesroman, denn schließlich erwartet man von Anfang an kein Happy End.

Sonntag, 7. Februar 2016

Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen

Habt ihr auch schon von Jenny Erpenbecks wunderschönem Roman "Gehen, ging, gegangen" gehört? Er wurde ja letztes Jahr auf einigen Blogs vorgestellt, sodass ich neugierig wurde und ihn unbedingt auch lesen wollte.

Rentner trifft auf Flüchtlinge

 

"Vielleicht liegen noch viele Jahre vor ihm, vielleicht nur noch ein paar." 
Kernfigur des Romans ist Richard, ein emeritierter Professor und Wittwer aus Berlin. Nachdem er sein Büro an der Universität leer geräumt hat, findet er sich alleine in seinem großen Haus am Rande Berlins wieder. Nachdenklich sortiert Richard seine Unterlage und weiß gar nicht, was er nun mit der vielen Zeit anfangen soll. Dieses Problem löst sich, als er von der Situation am Oranienplatz erfährt. Dort wohnen zahlreiche Flüchtlinge in Zelten und kämpfen, zur Not durch Hungerstreiks, dafür in Deutschland bleiben zu können. Als die Flüchtlinge in einem stillgelegten Teil eines Alterheims in der Nähe von Richards Haus untergebracht werden, beginnt er, sie regelmäßig zu besuchen. Unter dem Vorwand, eine Studie durchführen zu wollen, führt er Interviews mit vielen der jungen und älteren Männer aus Afrika und dem Nahen Osten. Als gebannter Zuhörer interessiert er sich für die Lebensgeschichte eines jeden einzelnen, der bereit ist mit ihm zu reden.

Freitag, 1. Januar 2016

Was das Frühjahr 2016 für neue Romane mit sich bringt

Ich kann es einfach nicht lassen... zu Hause stapeln sich die ungelesenen Bücher und trotzdem schaue ich mir schon Neuerscheinungen aus dem Frühjahrsprogramm 2016 an. Ein paar Titel haben mich dabei besonders angesprochen. Aus denen habe ich drei Stück herausgesucht, um sie euch kurz vorzustellen:

Die Kunst, Champagner zu trinken

Zwei Schriftstellerinnen und Freundinnen feiern zusammen ausgiebig die Literatur und den Genuss von Champagner. Eine tolle Kombi, da möchte man direkt mitmachen :) Und dann, heißt es in der Vorschau, kommt Katerstimmung auf. Nicht alles lässt sich mit Alkohol wegspülen. Ich bin gespannt, wohin diese Geschichte führt.

Amélie Nothomb: "Die Kunst, Champagner zu trinken", Diogenes, erscheint am 24.02.2106

Sonntag, 20. Dezember 2015

Edith Wharton: Zeit der Unschuld

Hier ist mein Last-Minute-Geschenktipp für euch:

Die männliche Variante von Emma Bovary, Anna Karenina oder Effi Briest!   

 

Newland Archer, aus den besten New-Yorker-Kreisen, wird von gesellschäftlichen Zwängen erdrückt und muss sich zwischen einer guten und schlechten Partie entscheiden. Welches Mädchen soll er heiraten?


Edith Wharton porträtiert den New Yorker Geldaldel vor der Jahrhundertwende und den Umbrüchen durch den ersten Weltkrieg, nämlich in den 1870er Jahren. Als Aufhänger dafür nimmt sie den jungen Newland Archer, der sich mit der mädchenhaft, unschuldigen May Welland verloben will. Eine ständesgemäße Verbindung im auserlesenen New Yorker High-Society-Kreis. Kurz bevor die Verlobung verkündet werden soll, taucht jedoch Mays Cousine Ellen Olenska aus Europa auf. Sie hat bereits schlechte Erfahrungen in ihrer Ehe gemacht und ihren Ehemann verlassen - ein Skandal für die New Yorker Gesellschaft! Das denkt anfangs auch Archer, der gesellschaftliche Konventionen und Regeln für sehr wichtig hält. Aber als er die Gräfin Ellen Olenska näher kennenlernt, ist er bereit, seine Ansichen über Bord zu werfen. Denn sie ist anders, eigenwillig, hat einen starken Charakter. Newland fühlt sich sofort von ihr angezogen.

Montag, 14. Dezember 2015

David Lagercrantz: Verschwörung

Hallo ihr Lieben,

irgendwie hatte es das Jahr 2015 ganz schön in sich, was Aufreger-Bücher angeht. Neben Harper Lees "Gehe hin, stelle einen Wächter", den neuen Bücher von Salman Rushdie und Umberto Eco stand natürlich auch David Lagercrantz "Verschwörung" ganz oben auf der Liste. Nicht umsonst. Denn Lagercrantz Roman ist die Fortsetzung von Stieg Larssons Millenium-Triologie rund um den Journalisten Mikael Blomkvist und die eigenwillige Hackerin Lisbeth Salander. Schon bevor das Buch auf den Markt kam, sorgte es deshalb für viel Aufregung. Schließlich starb Larsson, der die außergewöhnlichen Charaktere Blomkvist und Salander geschaffen hatte, 2004 an einem Herzinfarkt, nachdem er die ersten drei Bände verfasst hatte. Ursprünglich war die Reihe auf zehn Bände angelegt, aber selbst die Veröffentlichung der ersten konnte der geniale Autor Larsson nicht mehr erleben.

Sonntag, 22. November 2015

Lesung von Salman Rushdie

Hallo ihr Lieben,

ich war gestern mal wieder bei einer unheimlich spannenden Lesung! Irgendwie kommt es mir so vor, als ob in Berlin gerade ein Lese-Highlight das nächste sucht. Ich konnte auf jeden Fall in diesem Jahr eine Menge meiner Lieblingsautoren live und in Farbe erleben. Auch gestern war wieder so ein Abend. Da gab sich Sir Salman Rushdie zum Abschluss des internationalen Literaturfestivals die Ehre. Ich glaube, ich hätte geweint, wenn ich da nicht hätte dabei sein können. ;) Und so ging es scheinbar auch noch vielen anderen Leuten, denn die Reihen im Theatersaal waren rappelvoll!

Wer Rushdie noch nicht kennen sollte, kann bei unserem Lesetipp zu seinem Bestseller "Die satanischen Verse"nachlesen. Den findet ihr hier: Klick! Dort findet ihr auch ein wenig Hintergrundinformationen zu Rushdies bewegendem Leben. Denn für dieses Buch wurde von iranischen Kohmeinis eine Todesstrafe über Rushdie verhängt. Bei so einem spannenden Leben des Autors ist es kein Wunder, dass die Lesung mit einer kurzen Zusammenfassung dessen anfing. 

Montag, 16. November 2015

Jonathan Franzen: Unschuld

Zum Glück hatte ich Ende Oktober eine Woche Urlaub und konnte mich beim Chillen auf Mallorca voll und ganz diesem wahnsinnigen Wälzer widmen. Die Geschichte hat mich dann auch so richtig in ihren Bann gezogen.

Worum geht es? 
Pip Tyler, Anfang 20, hat einen großen Haufen Schulden durch ihre Collegeausbildung, lebt in einem besetzten Haus und hasst ihren öden Job im Direktmarketing. Aufgewachsen ist sie bei ihrer Mutter in einer recht spartanischen Hütte mitten im Wald. Sie weiß nicht, wer ihr Vater ist und ihre Muttter will es ihr partout nicht verraten. Das wurmt Pip, die sich überhaupt für recht verkorkst hält.

Montag, 9. November 2015

Banana Yoshimoto: Moshi Moshi

Vor kurzem war ich beim internationalen literaturfestival in Berlin bei einer Lesung von Banana Yoshimoto. Ich war total begeistert, Yoshimoto endlich einmal live zu erleben, denn ich mag ihre Bücher unheimlich gern. Nun habe ich es auch endlich geschafft, ihr neues Buch Moshi Moshi auszulesen, dass sie bei der Lesung präsentierte. 

Darin erzählt Yoshimoto vom Schicksal der 20-jährigen Yotchan, deren Leben mit einem Mal komplett durcheinander gebracht wird. Ihr Vater begeht ohne Vorwarnung Selbstmord - und das auch noch mit einer fremden Frau. Hatte der Vater etwa eine Affäre? Irgendwelche Probleme? Yotchan und ihre Mutter haben keine Ahnung, warum er ohne ein Wort von ihnen gegangen ist. Es trifft sie völlig unvorbereitet und nun müssen die beiden zusehen, wie sie ihr Leben neu sortieren und mit dem Gefühlschaos aus Schmerz, Trauer und Hass umgehen. 

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Unser 3. Bloggeburtstag!

Wahnsinn! Unser Blog-Baby wird heute doch tatsächlich schon drei Jahre alt! Kaum zu glauben, dass aus einer anfänglichen "Schnaps-Idee" ein so wundervolles, langjähriges Projekt geworden ist. Wir freuen uns immer noch total darüber, mit euch unsere Leidenschaft zu Büchern, Lesungen und alles rund um das geschriebene Wort zu teilen. Und natürlich auch über eure lieben Kommentare freuen wir uns jedes Mal sehr. Deshalb haben wir uns zu unserem 3. Geburtstag etwas ganz spezielles für euch ausgedacht.

 

Unser Geburtstags-Goodie fur euch!

 

Wie der Zufall es so will, erscheint fast gleichzeitig mit unserem dreijährigen Jubiläum die neue ZEIT Bibliothek der verschwundenen Bücher. Diese Reihe besteht aus zwölf auf dem deutschen Markt vergriffenen Werken großer Erzähler und Romanciers. Da ja Klassiker der deutschen und internationalen Literatur eines unserer Steckenpferde ist, passt diese Reihen wunderbar in unser Blogschema. Denn wir beide sind ja auch große Fans von literarischen Klassikern.

Wir verlosen drei Werke aus der neuen ZEIT Bibliothek der verschwunden Bücher!


Sonntag, 11. Oktober 2015

Kazuo Ishiguro: Der begrabene Riese

Hallo ihr Lieben,

im Vorfeld zu meinem Besuch von Kazuo Ishiguros Lesung beim internationalen literaturfestival berlin hatte ich bereits sein neues Buch Der begrabene Riese gelesen, damit ich auch weiß, worüber geredet wird :) Vor Erscheinen wurde schon viel über den lange erwarteten neuen Roman von Ishiguro diskutiert. Denn dieser Roman ist wohl so ganz anders als die Romane, die Ishiguro zuvor veröffentlicht hatte. Ich muss zugeben, dass ich es noch nicht geschafft habe, ein anderes Buch von ihm zu lesen, will das aber dringend nachholen. Die öffentliche Diskussion hatte mich definitiv neugierig gemacht auf den Riesen. Warum geht es also?

Sonntag, 4. Oktober 2015

Péter Gárdos: Fieber am Morgen

Fieber am Morgen ist eines der Bücher, die jetzt bei der Neuauflage des Literarischen Quartetts "diskutiert" wurden. Die Worte die in dieser Runde fielen waren "Holocaust-Kitsch" und "süßlich". Vergesst das! Das ist es aus meiner Sicht nicht. Es geht eher in die Richtung nostalgisch. Warum?

Péter Gárdos, ungarischer Film- und Theaterregisseur., erzählt die Geschichte wie sich seine Eltern kennengelernt haben. Beide wurden 1945 aus einem KZ bzw. Arbeitslager befreit und vom internationalen Roten Kreuz zur Genesung nach Schweden gebracht. In Schweden angekommen, fängt Miklós, Gárdos Vater, an, Briefe an 117 Ungarinnen, die alle aus Debrecen und Umgebung stammen und in Schweden gelandet sind, zu schreiben.Viele Frauen antworten ihm, doch nur in eine verliebt er sich. Und das ist die 18-jährige Lili. Leider ist Miklós Lunge schwer geschädigt und sein Arzt meint, dass er nur noch sechs Monate zu Leben hat. Davon lässt sich Miklós jedoch nicht beeindrucken, wer gerade eben erst das KZ überlegt hat, stirbt jetzt nicht. Mit diesem naiven Optimismus blickt er einer Zukunft mit Lili entgegen. Das ist auch gut so. 

Mittwoch, 26. August 2015

Harper Lee: Gehe hin, stelle einen Wächter

Es ist das Literatur-Highlight 2015! Der neue Roman von Harper Lee hat die ganze Buch-Welt dieses Jahr durcheinander gebracht. Denn bisher hat die inzwischen 89-Jährige nur einen Roman veröffentlicht, der ihr über Nacht Weltruhm einbrachte. 1960 erschien "Wer die Nachtigall stört", wurde ein Jahr später mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet und zählt mit 40 Millionen verkauften Exemplaren sowie Übersetzungen in mehr als 40 Sprachen immer noch zu den meistgelesenen Büchern der Welt. Grund genug auch, dass "Wer die Nachtigall stört" auch unser Lesetipp des Monats August geworden ist. (Mehr dazu könnt ihr hier lesen.)

Der neu erschienene Roman"Gehe hin, stelle einen Wächter" soll das Erstlingswerk von Harper Lee gewesen sein. "Angeblich" verschwand das Manuskript, wurde vergessen und sei erst "durch Zufall" von Lees Anwältin bei Aufräumarbeiten gefunden worden sein. Für meinen Geschmack scheinen das allerdings ganz schön viele Zufälle auf einmal zu sein. Da ich ja auch in der PR-Branche arbeite, dachte ich gleich: Schöne PR-Aktion. So kann man eben auch eine Menge Aufmerksamkeit für sein neues Buch bekommen. Die Frage ist: Warum veröffentlicht Harper Lee - obwohl sie doch immer sagte, sie will nie wieder ein Buch auf den Markt bringen - nun doch wieder eine Geschichte? Es gab sogar Gerüchte, dass Lee gezwungen wurde das Buch zu veröffentlichen. Wobei diese gleich wieder dementiert wurden - von ihrer Anwältin. Mehr dazu findet ihr hier

Freitag, 21. August 2015

Josh Weil: Das gläserne Meer

Nächste Woche erscheint ein ganz toller, neuer Wälzer im Dumont-Verlag. In "Das gläserne Meer" geht es um die Zwillingsbrüder Jarik und Dima. Sie wachsem im alten kommunistischen Russland auf und erleben den Umschwung mit. Denn als sie erwachsen geworden sind, ist ihre Heimatstadt geprägt von Wirtschafts- und Fortschrittsgedanken. Um den  landwirtschaftlichen Ertrag steigern zu können, bauen mächtige Männer ein riesiges Gewächshaus. Das ist nicht genug. Damit die Pflanzen dauerhaft Licht bekommen und dadurch schneller wachsen, werden Satelitenspiegel in den Himmel geschossen. Sie spiegeln Nachts das Sonnenlicht auf die Stadt, sodass es niemals dunkel wird. 

Zwei Brüder, die unzertrennlich erscheinen 
In dieser futuristischen Welt schufften Jarik und Dima tagtäglich lange, harte Schichten im Gewächshaus, der sogenannten Oranzeria. Von dem bisschen Geld das sie verdienen muss Dima die Mutter und Jarik seine Frau und zwei Kinder durchbringen. Anfangs scheinen die beiden damit zufrieden zu sein, gemeinsam zu arbeiten und dadurch miteinander viel Zeit zu verbringen. Vor allem Dima hängt sehr an seinem Zwillingsbruder, während Jarik sich immer wieder zwischen seiner Familie und Dima hin- und hergerissen fühlt. 

Dienstag, 11. August 2015

Reisen: Kurzgeschichten herausgegeben von Rafik Schami

Dieses hübsche kleine Büchlein ist ein wahrer Schatz - vor allem für diejenigen, die zur Zeit nicht in Urlaub fahren können. Mit "Reisen" kann zumindest euer Kopf in die Ferne schweifen.

Den sechs darin versammelten Autoren Franz Hohler, Root Leeb, Monika Helfer, Michael Köhlmeier, Natasa Dragnic und Rafik Schami wurde das Motiv "Reisen" vorgegeben und jeder hat dazu eine oder mehrere Kurzgeschichten geschrieben. In einem kurzen Vorwort erläutert Rafik Schami in seiner Funktion als Herausgeber die Idee hinter diesem Band:
"Dieses Buch ist keine Anthologie, sondern eine neue Art, Texte zu inszenieren. Sechs Autorinnen und Autoren greifen einen Themenvorschlag auf und erzählen aus ihrere Sicht darüber. Es sind allesamt Liebeserklärungen an eine der feinsten Erzählkünste: der Kurzgeschichte. Besuchen Sie die sechs Erzählbühnen. Dort warten Überraschungen auf Sie. Ich garantiere Ihnen große Unterhaltung. Ich war dort."

Mittwoch, 29. Juli 2015

William Irwin & Dean A. Kowalski: The Big Bang Theory und die Philosophie: Stein, Papier, Schere, Aristoteles, Locke

Sheldon, Lennard, Howard und Raj - die vier Jungs von "The Big Bang Theory" sind wohl das

skurrilste Quartett, die das Fernsehen zur Zeit zu bieten hat. Ich liebe diese Serie, versuche immer auf dem neuesten Episoden-Stand zu sein und kann mich unheimlich über die vier hochintelligenten Nerds mit den Alltagsproblemen amüsieren. Als ich dann das Buch The Big Bang Theory und die Philosophie entdeckt hatte, war eigentlich schnell klar: Das muss ich einfach lesen! Denn die Inhaltsangabe machte mich total neugierig: "Was würde Aristoteles über Sheldon Coopers Leben sagen? Warum würde Thomas Hobbes die Mitbewohnervereinbarung gutheißen? Und wen würde Immanuel Kant dafür verspotten, unentwirrbare Lügengespinste zu spinnen?" Das klang für mich nach einer klassischen Win-Win-Situation: Einerseits kann man so viel über die wirklichen Theorien, Philosophien und wissenschaftlichen Aspekte hinter der Serie erfahren. Und andererseits sich natürlich die verrückten Macken der vier Jungs von einem "wissenschaftlichen Standpunkt" beleuchten - und so die Gags der Kult-Serie noch mehr auskosten. :) 

Dienstag, 16. Juni 2015

Antoine Laurain: Liebe mit zwei Unbekannten

L'amour - ohne Klischees!

"La femme au carnet rouge" - hach, wie schön und poetisch Französisch doch klingt. Übersetzt bedeutet dieser Originaltitel so etwas wie "Die Frau aus dem roten Notizbuch". Sie ist eine geheimnisvoll Frau. Eine Frau, der ihre Handtasche geklaut wurde, und die Laurent nun unbedingt finden will, um ihr ihre Tasche zurückgeben zu können. Denn er hat die lila Ledertasche eines Morgens auf einer Mülltonne gefunden.

Laurent ist passionierter Buchhändler und lebt nach seiner Scheidung eher etwas zurückgezogen, seine aktuelle Freundin bedeutet ihm nicht viel. Als er die Handtasche findet, nimmt er sie mit nach Hause und inspiziert den Inhalt. Er sucht nach etwas, das die Identität der Besitzerin verrät. Stattdessen findet er ein rotes Notizbuch, in das die Unbekannte ihre geheimen Ängste und Gedanken notiert hat:

Dienstag, 12. Mai 2015

Jussi Adler-Olsen: Verheißung

"Hey Carl, wach auf.Telefon. Das klingelt jetzt schon seit einer Ewigkeit."

Juhu! Endlich wieder ein neuer Fall von Carl Mørck! Teil 5 der Reihe hatte mich nicht so wirklich packen können. (Meine Rezension dazu findet ihr hier) Umso gespannter war ich natürlich, ob der neue Band wieder die alten Stärken vorweisen konnte. 

Worum geht es also? Carl und sein Team werden unverhofft mal wieder in einen scheinbar unlösbaren Fall hineingezogen. Alles beginnt mit dem Anruf von Christian Habersaat, Polizeikommissar auf Ölland, der Carl um Hilfe bei einem seiner alten Fälle bitten möchte: ein junges Mädchen hing eines Tages kopfüber tot in einem Baum. Die Polizei ging von einem Unfall mit Fahrerflucht aus - doch der Täter konnte nie gefunden werden. 17 Jahre hat Habersaat ermittelt. Er geht jedoch davon aus, dass es Mord war und kein Unfall. Habersaats letzte Hoffnung: das Sonderdezernat Q. Doch Carl - charmant wie eh und je - wimmelt Habersaat ab, will den Fall nicht übernehmen. Also greift Habersaat zu drastischen Methoden. Bei seiner Pensionsfeier erschießt er sich vor dem gesamten Präsidium. Und kurz darauf bringt auch Habersaats Sohn sich um. So sind Carl, Assad und Rose nun doch gezwungen herauszufinden, was es mit Habersaats Selbstmord und dem angeblichen Unfall auf sich hat. Dabei stoßen sie nicht nur auf eine merkwürdige Sekte mit ihrem charismatischen Anführer, sondern geraten auch erneut selbst wieder in Lebensgefahr...